2017 / 2018

Vorlesungen

Montag 23. Oktober 2017, 14.30 Uhr:
20 Jahre 
Senioren-Universität Schaffhausen, Eröffnungsvorlesung

Montag 23. Oktober 2017, 14.30 Uhr

20 Jahre 
Senioren-Universität Schaffhausen

GrusswortDr. Raphaël Rohner
Präsident Trägerverein Senioren-Universität Schaffhausen, 
Bildungsreferent, Stadtrat Schaffhausen

Grusswort Christian Amsler
Vorsteher des Erziehungsdepartementes, Regierungsrat 
des Kantons Schaffhausen

Eröffnungsvorlesung: Wissen – ein Abenteuer?

Dr. Iwan Rickenbacher, Verwaltungsrat Tamedia, Präsident der Schweizer- Journalistenschule Luzern und Präsident des Fachverbandes Sucht

Montag 30. Oktober 2017, 14.30 Uhr:
Langjährige Beziehungen auf dem Prüfstand. Wenn die Liebe nicht mehr jung ist.

Montag 30. Oktober 2017, 14.30 Uhr

Langjährige Beziehungen auf dem Prüfstand. 
Wenn die Liebe nicht mehr jung ist.

Prof. Dr. em. Pasqualina Perrig-Chiello

Die Scheidungsraten bei Langzeitehen sind in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen.
Warum zerbrechen so viele jahrzehntelange Partnerschaften?
Was sind die psychischen und sozialen Auswirkungen und was die guten und weniger guten Bewältigungsstrategien?

Es interessiert hier aber auch, weshalb allen Herausforderungen zum Trotz, die Mehrheit der Paare zusammen bleibt. Gibt es ein Rezept für stabile und glückliche Ehen oder ist letztlich alles nur Glückssache? Das Referat gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen, regt zum Denken an und eröffnet neue und ermutigende Perspektiven.

Montag 6. November 2017, 14.30 Uhr:
Das Klima ändert sich! Was nun?

Montag 6. November 2017, 14.30 Uhr

Das Klima ändert sich!
Was nun? 

Professor em. Dr. Andreas Fischlin, ETH Zürich, IPPC Vice- Chair WGII

Das Klima ändert sich unzweifelhaft! Die Klimawissenschaften haben in den letzten Jahren nicht nur grosse Fortschritte gemacht im Verstehen der Ursachen und den Folgen des Klimawandels, sondern auch darüber, wie ihm begegnet werden kann. Dies gilt sowohl für die Anpassung an den leider schon unvermeidbar gewordenen Klimawandel, wie auch für die Vermeidung jeglichen noch vermeidbaren Klimawandels.

Ein sofortiger Stopp des Ausstosses an klimaschädlichen Treibhausgasen – so wünschbar ein unmittelbares Anhalten der Erwärmung ja sein mag – ist zwar von heute auf morgen aus vielen Gründen nicht möglich, doch gilt es alles zu tun, um möglichst rasch den Ausstoss auf Null zu bringen.

Warum dem so ist, sowie wichtige mögliche Wege, Schwierigkeiten und Hindernisse im Hinblick auf Lösungen des Klimaproblems werden im Vortrag auf der Basis des heutigen Wissens vorgestellt und diskutiert.

Montag 13. November 2017, 14.30 Uhr:
Das Nederlands Dans Theater III: Künstlerischer Tanz 
ist kein Privileg der Jugend

Montag 13. November 2017, 14.30 Uhr

Das Nederlands Dans Theater III:
Künstlerischer Tanz 
ist kein Privileg der Jugend

Prof. Hartmut Wickert, Direktor Departement Darstellende Künste und Film, 
Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK

Aus der Idee, nicht den üblichen Ausstieg aus dem künstlerischen Tun zu praktizieren erwuchs in Holland beim Nederlands Dans Theater eine neue ganz eigene Form künstlerischen Tanzes. Sabine Kupferberg zog sich mit vierzig nicht zurück wie andere Tänzerinnen und Tänzer, sondern gründete zusammen mit ihrem Ehemann Jirí Kylián und dem Kollegen Gérard Lemaitre 1991 das Nederlands Dans Theater III für Tänzer ab vierzig Jahren.

Die kleine Kompanie von vier (bis fünf) Tänzerinnen und Tänzern hat seither zahlreiche Choreographen in der ganzen Welt inspiriert. NDT III war der Anfang eines neuen Tänzertyps, der sich der Qualitäten des alten – nämlich Gesichter zu haben – besinnt; der den zeitgenössischen Tanz mit schauspielerischen Fertigkeiten, ausgeprägter Mimik, Expressivität zu verbinden weiss.

Der Vortrag wird einige Aspekte der Arbeit des NDT III aufzeigen und mit dokumentarischen Beispielen illustrieren. Ein einzigartiger Versuch, die Grenzen künstlerischer Konvention zu überwinden, weist auf, wie neue künstlerische Genres jenseits der Disziplinen entstehen können. Die Seniorencompagnie NDT III für Tänzerinnen und Tänzer über 40 wurde 2006 aus Kostengründen eingestellt.

Montag 20. November 2017, 14.30 Uhr:
Störenfriede in der Politik: 
Von Wilhelm Tell bis Donald Trump

Montag 20. November 2017, 14.30 Uhr

Störenfriede in der Politik:

Von Wilhelm Tell bis Donald Trump

Professor Dr. Dieter Thomä, Fachbereich Philosophie, Universität St. Gallen

Der Störenfried stört den Frieden. Er ist also bei seinen Zeitgenossen nicht gern gesehen – es sei denn, er stört einen faulen oder falschen Frieden. Dann wird er willkommen geheissen als derjenige, der mit festgefahrenen Gewohnheiten oder einem verkrusteten System bricht. So erscheint der Störenfried wahlweise als Unhold oder Held, Schreckbild oder Leitfigur. Einerseits zersetzt er die Ordnung, andererseits hat er das Zeug zum Freiheitshelden.

Die moderne politische Philosophie hat den Störenfried leider eher nachlässig behandelt. Und doch kann gerade die Demokratie als eine Ordnung aufgefasst werden, die der Störung – oder jedenfalls dem Streit und dem permanenten Wandel – 
zugetan ist. Es lohnt sich also, eine Abenteuerreise zu den guten und bösen Störenfrieden in der Politik zu unternehmen. Diese Reise führt zurück in die Geschichte, zum Beispiel zu Wilhelm Tell («Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,/ Und neues Leben blüht aus den Ruinen»). Und sie endet in der Gegenwart – unter anderem bis Donald Trump.

 

Montag 27. November 2017, 14.30 Uhr:
Lebensqualität und gesundes Altern –
 neu definiert durch die Weltgesundheitsorganisation

Montag 27. November 2017, 14.30 Uhr

Lebensqualität und gesundes Altern –
 neu definiert durch die Weltgesundheitsorganisation 

Prof. Dr. med. Mike Martin, 
Professor für Gerontopsychologie und Gerontolgie, Universität Zürich

2016 haben 190 Länder dem von der Weltgesundheitsorganisation erarbeiteten «Globalen Strategie- und Handlungsplan Gesundes Altern» zugestimmt, darunter auch die Schweiz. Im Zentrum des Plans steht das neue Konzept des Gesunden Alterns der WHO. Das Konzept ist in mehrfacher Hinsicht völlig neu und hat das Potenzial, die gesamte Gesundheitsversorgung und die Grundlagenforschung grundlegend zu verändern. So steht die individuelle Funktionalität im Alltagskontext, nicht die An- oder Abwesenheit von bestimmten Krankheitssymptomen im Zentrum.

Ausserdem hängt nach dem Konzept die Bestimmung des Erfolgs von Interventionen vom nachgewiesenen Effekt im Alltag ab. Darüber hinaus enthält das Konzept den Schlüssel für eine bevölkerungsweite systematische Massschneiderung von Interventionen und des Nachweises ihrer Effekte. Im Vortrag wird auf das Konzept und seine Konsequenzen sowie auf die Umsetzung des Handlungsplans in der Schweiz bis 2030 eingegangen. Zu den Konsequenzen gehört die Notwendigkeit einer nationalen Initiative zur Sicherstellung der Gesundheitsforschungs-Beurteilungskompetenz in den Altersgruppen ab 60.

 

Montag 4. Dezember 2017, 14.30 Uhr:
Die Herausforderung Niklaus von Flüe und 
Dorothee Wyss heute – 
Rückblick auf 600 Jahre Niklaus von Flüe

Montag 4. Dezember 2017, 14.30 Uhr

Die Herausforderung Niklaus von Flüe und 
Dorothee Wyss heute – 
Rückblick auf 600 Jahre Niklaus von Flüe

Dr. Roland Gröbli, Mitglied des Vorstandes des Trägervereins «600 Jahre 
Niklaus von Flüe», Präsident des Wissenschaftlichen Beirats

Bis heute berührt und bewegt Niklaus von Flüe (1417-1487) Menschen im Innersten. 
Das Gedenkjahr «600 Jahre Niklaus von Flüe» hat seine Bedeutung und Aktualität eindrücklich in Erinnerung gerufen. Zusammen mit seiner Frau Dorothee Wyss gehört er zu den spirituellen Leitfiguren der Schweiz und gewinnt als grosse Friedensgestalt auch weltweit weiter an Bedeutung.

Sein Leben ist aber nicht frei von Brüchen und Widersprüchen und fordert uns gerade darum immer wieder neu heraus. In seinem Vortrag macht sich Dr. Roland Gröbli, der Präsident des wissenschaftlichen Beirats in diesem Gedenkjahr, auf die Spurensuche nach den grundlegenden Werten von Niklaus von Flüe und von Dorothee Wyss und zeigt auf, wie sie über alle kirchlichen und konfessionellen Grenzen hinweg als spirituelle Leitfigur im 21. Jahrhundert verehrt und gesucht werden.

 

Montag 11. Dezember 2017, 14.30 Uhr:
Das IKRK – seit 150 Jahren weltweit im humanitären Einsatz

Montag 11. Dezember 2017, 14.30 Uhr

Das IKRK – seit 150 Jahren weltweit im humanitären Einsatz 

Prof. Dr. med. Jürg Kesselring, Chefarzt Neurologie und 
Neurorehabilitation, Valens

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz IKRK wurde 1863 gegründet und ist die einzige Organisation, der in den Rechtstexten des Humanitären Völkerrechts die Über-wachung der Einhaltung dieses Völkerrechts übertragen wird. Die Assemblée ist das oberste Organ des IKRK und besteht aus 17 Schweizer Staatsbürgerinnen und -bürgern. Der Referent ist seit 2011 Mitglied.

Die Mission des IKRK ist der Schutz des Lebens und der Würde der Opfer von Kriegen und innerstaatlichen Konflikten. Das IKRK leitet und koordiniert die internationalen Hilfsaktivitäten der Rotkreuz- 
und Rothalbmondbewegung bei bewaffneten Konflikten. Es kommt auch nach Naturkatastrophen bei der Hilfe für die Bevölkerung zum Einsatz, wenn es in der betroffenen Region bereits aufgrund seines Mandates im Einsatz steht.

 

Montag 18. Dezember 2017, 14.30 Uhr:
«Im Zauber der Sterne»

Montag 18. Dezember 2017, 14.30 Uhr

«Im Zauber der Sterne»

Ewgeni Obreschkow, dipl. phys., ETH Zürich, Gymnasiallehrer, 
Rektor des Gymnasiums Friedberg in Gossau, Gründer der Sternwarte «Antares» 
in Gossau

Unter dem Titel «im Zauber der Sterne» soll die naturwissenschaftliche Sicht unseres Kosmos aufgezeigt werden. Die einzige Information über das Universum erhalten wir ja aus der schwachen Strahlung der Sterne. Die Botschaft, die uns diese Sterne vermitteln, über sich selbst und den ganzen Kosmos, über seine Vergangenheit und seine Zukunft, über das Phänomen «Leben» und unsere Herkunft, ist tatsächlich etwas Zauberhaftes.

Seine Referate zeichnen sich aus durch schöne Bilder, verständliche Texte und 
musikalisch-besinnliche Unterbrüche.

 

Montag 8. Januar 2018, 14.30 Uhr:
«Die Macht der Musik» 
– Die Wirkung auf uns Menschen

Montag 8. Januar 2018, 14.30 Uhr

«Die Macht der Musik» 
– Die Wirkung auf uns Menschen

Guido Helbling, Musikpädagoge

Guido Helbling, Musiker, Dirigent, Pädagoge und ehemaliger Musiklehrer am Gymnasium Friedberg spricht über die positiven oder negativen Wirkungen, welche das bewusste oder auch das unbewusste Hören von Musik nach den neuesten Forschungsstudien in uns Menschen hervorrufen kann.

Musik ist mehr als «Background». Sie kann «berühren» und «bewegen» sagt man. Ihre wahre Wirkung auf Körper, Verstand und Seele wird aber unterschätzt. Dies sollen die Zuhörenden in diesem Referat anhand von ausgewählten Tonbeispielen empirisch miterleben.

Montag 15. Januar 2018, 14.30 Uhr:
Populisten und Eliten: 
Zur Geschichte einer konfliktreichen Beziehung

Montag 15. Januar 2018, 14.30 Uhr

Populisten und Eliten: 
Zur Geschichte einer konfliktreichen Beziehung

Prof. Dr. Caspar Hirschi, Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte, 
Universität St. Gallen

Spätestens seit der Wahl von Donald Trump ist der Begriff des Populismus in aller Munde. Was aber ist mit ihm genau gemeint?

Die Vorlesung gibt auf die Frage eine historische Antwort, das heisst sie zeigt, in welchen Situationen in der Vergangenheit schon populistische Bewegungen entstanden sind und welche Schlüsse wir daraus für das Verständnis des heutigen Populismus ziehen können. Besonders genau schauen wir uns dabei die Spätphase der Römischen Republik und die Zeit der französischen Revolution an. Eine Erkenntnis wird sein, dass Populismus mehr über den Zustand der Eliten als über jenen der breiten Bevölkerung verrät.

 

Montag 22. Januar 2018, 14.30 Uhr:
Der Auftrag der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB – 
Was macht sie tatsächlich?

Montag 22. Januar 2018, 14.30 Uhr

Der Auftrag der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB – 
Was macht sie tatsächlich?

lic. iur. Christine Thommen, Präsidentin KESB Schaffhausen

Seit dem 1. Januar 2013 werden die Aufgaben der bisherigen Vormundschaftsbehörden aufgrund einer entsprechenden Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) von den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden KESB wahrgenommen. Seither ist die KESB in aller Munde. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Bekanntheit leisten die Medien.

Spektakuläre Fälle werden möglichst schnell und möglichst reisserisch verbreitet. Dabei geht der Blick darauf verloren, was die KESB tatsächlich macht. Das Referat informiert darüber, was diese Behörde tut und was nicht und mit welchen Herausforderungen sie sich konfrontiert sieht. Dabei wird schwergewichtig auf den Erwachsenenschutz eingegangen und unter anderem das Vorgehen im Falle einer Urteilsunfähigkeit aufgezeigt (insb. Vorsorgeauftrag / Beistandschaft).

Montag 12. Februar 2018, 14.30 Uhr:
Migration als Emanzipationsmotor

Montag 12. Februar 2018, 14.30 Uhr

Migration als Emanzipationsmotor

Dr. Francesca Falk, Oberassistentin Philosophische Fakultät, Universität Freiburg

Migration ist in der Schweiz auf ganz verschiedenen Ebenen wichtig gewesen für 
Erneuerungen vielfältigster Art. In meinem Vortrag zeige ich, wie Migration als Emanzipationsmotor gewirkt hat. Aus einer Perspektive der Migration erscheint so der Wandel von Geschlechterverhältnissen in Bezug auf Arbeitsverhältnisse, den Zugang zur Bildung oder den langen Kampf ums Frauenstimmrecht in einem neuen Licht.

Montag 19. Februar 2018, 14.30 Uhr:
Der Wert der Freundschaft

Montag 19. Februar 2018, 14.30 Uhr

Der Wert der Freundschaft 

Prof. Dr. Helmut Bachmaier, Universität Konstanz, 
Fachgruppe Literaturwissenschaft

Freundschaft ist die lebendige Beziehung zwischen gleichgesinnten Menschen, die von Vertrauen, Sympathie, Verständnis, Uneigennützigkeit und Achtung getragen wird. In der Gegenwart von Freunden oder Freundinnen fühlt man sich wohl. Jede Person kann so sein, wie sie eigentlich ist. Dadurch ist die Freundschaft der Ort, wo man authentisch ist und sich frei fühlen darf. Eine gemeinsame innere Entwicklung und eine ähnliche Gesinnung oder gleiche Wertvorstellungen stabilisieren ein freundschaftliches Verhältnis. «Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen und trotzdem zu uns halten» (Marie von Ebner-Eschenbach).

Grundlage jeder Freundschaft ist die gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung von Menschen. Sie ist ein Verhältnis auf Gegenseitigkeit und zudem Ausdruck einer freien Wahl (im Gegensatz zur Verwandtschaft). Freundschaft setzt ausserdem voraus, dass die Personen einander vertrauen können, dass sie sich gut verstehen, dass sie zueinander offen und ehrlich sind und nicht zuletzt, dass sie in schwierigen Situationen füreinander eintreten. Dies gilt für alle Generationen, ist aber im Alter ein besonderes hohes Gut. Deshalb gilt es, Freundschaften zu pflegen.

Montag 26. Februar 2018, 14.30 Uhr:
Brüche und Brücken. Die Reformationsbewegung 
in der deutschsprachigen Literatur

Montag 26. Februar 2018, 14.30 Uhr

Brüche und Brücken.
Die Reformationsbewegung 
in der deutschsprachigen Literatur 

Prof. Dr. Ulrike Landfester, Professorin für Deutsche Sprache und Literatur, 
Prorektorin Universität St. Gallen

Die literarische Produktivität der 1517 durch Martin Luther gleichsam offiziell eingeleiteten Reformationsbewegung ist bis heute ungebrochen, und dies auf vielen Ebenen. Luthers Übersetzung der Bibel machte sie zu einer der wichtigsten literarischen Ressourcen für die folgenden Jahrhunderte. Luthers eigene Schriften sind von noch heute strahlkräftiger Sprachmacht, und sein Zeitgenosse Vadian, ebenfalls ein brillanter Rhetoriker, trug den Titel eines poeta laureatus.

Vor allem aber wurden die Reformation und ihre Hauptakteure immer wieder als Stoff literarischer Werke gewählt, nicht zuletzt, weil in ihr nicht nur der Bruch zwischen den beiden Konfessionen, sondern auch die Möglichkeit angelegt ist, zwischen diesen versöhnliche Brücken zu bauen. Die Vorlesung wird sich dazu mit Texten von Luther und Vadian, Conrad Ferdinand Meyer, Heinrich Mann, Stefan Zweig, Asta Scheib und Feridun Zaimoglu beschäftigen.

 

Montag 5. März 2018, 14.30 Uhr:
Gesund mit Hund?

Montag 5. März 2018, 14.30 Uhr

Gesund mit Hund?

Prof. Dr. Martin Meyer, Prof. für Neuropsychologie, Universität Zürich

Die Wahrscheinlichkeit, im Alter durch Verwitwung, Scheidung oder Trennung alleine zu leben, steigt mit zunehmendem Alter an. Für viele Betroffenen bedeutet dies eine grosse Hilfs- und Orientierungslosigkeit. Die Angst, alleine und sozial isoliert zu sein, erleben viele Menschen und Alterseinsamkeit gilt als grösstes Risiko für körperliche und 
psychische Versehrtheit in diesem Lebensabschnitt.

Die positive Wirkung von Tier-Mensch-Beziehungen auf die körperliche und seelische Gesundheit des Menschen wurde in vielen wissenschaftlichen Studien untersucht. Hunde können eine prophylaktische und therapeutische Wirkung auf Menschen jeden Alters und Geschlechts ausüben. Die Haltung eines Hundes kann z. B. Erkrankungen vorbeugen oder den Blutdruck stabilisieren. Hundebesitzer leiden generell weniger an körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen und Erkältungen und haben ein geringeres Risiko für Herzerkrankungen. Auch die psychische Verfassung von Hundehalter ist in der Regel besser, denn Hunde erleichtern durch ihre Zuneigung und ihre Unvoreingenommenheit den Umgang mit belastenden Lebenssituationen, vermindern Angstzustände und können depressiven Verstimmungen entgegenwirken. Die Gelegenheit, sich um ein sehr soziales und kommunikatives Tier kümmern zu dürfen, bringt den Menschen eine positive Selbstwahrnehmung sowie das authentische Gefühl, gebraucht und geliebt zu werden.

Der Vortrag wird aus der Entstehung und Durchführung eines Projekts der Universität Zürich berichten, das ältere, alleinstehende Menschen, die einen Hund zu sich nehmen, für sechs Monate begleitet und die Auswirkungen des Lebens mit einem Hund im Alter auf psychisches und körperliches Wohlbefinden untersucht.

 

Montag 12. März 2018, 14:30 Uhr:
Unsere Alpen – unsere Schweiz! Vom 18. Jahrhundert 
bis in die Gegenwart durch Kunst, Kommerz und Politik

Montag 12. März 2018, 14:30 Uhr

Unsere Alpen – unsere Schweiz!
Eine hochalpine Wanderung vom 18. Jahrhundert 
bis in die Gegenwart durch Kunst, Kommerz und Politik 

Prof. Dr. Joseph Jung, JUNG Atelier für Wirtschaft, Kultur, Geschichte

Die Schweiz war wegen ihrer zentralen geografischen Lage in Europa seit dem Mittelalter ein klassisches Reiseland, doch hatte sie für Ausländer hauptsächlich als Durchgangsstation Bedeutung. Dies änderte sich im 18. Jahrhundert, als die Aufklärung die schweizerische Freiheit zu einem Mythos machte. Nun griff im Ausland eine Alpenbegeisterung um sich. Eine erste Grundlage für das Aufkommen des Fremdenverkehrs war geschaffen. Eine weitere mit der staatspolitischen Entwicklung des neuen Bundesstaates nach 1848. Der Schlüssel für das starke Wachstum des Fremdenverkehrs bis zum Ersten Weltkrieg war der Siegeszug der Eisenbahn. Diese «Dampflokomotive des Fortschritts» hatte in kürzester Zeit das Schweizer Mittelland erschlossen. Gestützt auf diese tragende Infrastruktur wagten sich Bergbahnen der unterschiedlichsten Art in schwindelerregende Höhen. Zunächst waren es britische Alpinisten, die das Bild von der Schweiz des ewigen Schnees und der unermesslichen Gletscher in die weite Welt trugen. Luxuriöse 5-Stern-Paläste erschlossen für den Tourismus neue Gebiete. Hotelierdynastien wurden begründet – etwa in Zermatt oder in St. Moritz. Der Wettlauf auf die Erstbesteigung der Berge setzte ein. Der schweizerische Alpenclub (SAC) erleichterte mit seinen bald legendären Hütten den Zugang zu den höchsten Gipfeln. Zum Sommertourismus war der Wintertourismus gekommen. Die Strahlkraft der Schweizer Berge erfasste illustre Persönlichkeiten aus der ganzen Welt: Schriftsteller, Königinnen, Musiker. Und Maler hielten ihre Impressionen auf der Leinwand fest, es entstanden Meisterwerke der Kunst.

Die Schweiz, bis Mitte des 19. Jahrhunderts das «Armenhaus Europas», wurde in der Belle Epoque von glühenden Verehrern als «Hotel Europa» verklärt. Der Tourismus als Massenphänomen fand indes nicht überall Gefallen. Die Schweiz sei zu einem «Wirtshaus» verkommen, konstatierten Kritiker.

 

Montag 19. März 2018, 14:30 Uhr:
Verschiedene Wege in die Depression – 
und aus der Depression

Montag 19. März 2018, 14:30 Uhr

Verschiedene Wege in die Depression – 
und aus der Depression 

Prof Dr. med. Daniel Hell, 
Kompetenzzentrum «Depression und Angst», Privatklinik Hohenegg, Meilen

Depressionen haben viele Gesichter. Sie unterscheiden sich nicht nur im Schweregrad, sondern auch nach Alter, Geschlecht und Persönlichkeit der Betroffenen. Auch wodurch Menschen belastet werden – ob durch körperliche Erkrankungen, Verlustsituationen, Überforderungen oder Erniedrigungen – kann einen Einfluss haben. Das führt dazu, dass heute je nach Problematik und Krankheitsverlauf unterschiedliche Therapieformen zu erwägen sind.

 

Montag 26. März 2018, 14:30 Uhr:
Die Rolle von Zielen für erfolgreiches Altern

Montag 26. März 2018, 14:30 Uhr

Die Rolle von Zielen für erfolgreiches Altern 

Frau Professor Dr. Alexandra M. Freund, 
Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie: Erwachsenenalter, Universität Zürich

Wie kann man angesichts der zunehmenden Verluste im Alter das Wohlbefinden aufrechterhalten und trotz geringerer Ressourcen erfogreich Ziele setzen und verfolgen? In diesem Vortrag stelle ich zunächst ein allgemeines Modell erfolgreicher Entwicklung vor, nach dem die Entwicklung und Verfolgung persönlicher Ziele besonders wichtig ist.

Im zweiten Teil des Vortrags gehe ich darauf ein, wie sich die Zielsetzung über das Erwachsenenalter verändert und an die zunehmenden Verluste anpasst. Im dritten Teil wird es schliesslich darum gehen, wie sich im höheren Alter die Zielverfolgung verändert und zu unserem Wohlbefinden beiträgt. Insgesamt zeigt die Forschung, dass erfolgreiches Altern eng mit dem Setzen und Verfolgen persönlicher Ziele verknüpft ist.

 

Montag 9. April 2018, 14.30 Uhr:
Die Entwicklung der Anästhesiologie – 
vom Äther bis zum HIC Tec Arbeitsplatz

Montag 9. April 2018, 14.30 Uhr

Die Entwicklung der Anästhesiologie – 
vom Äther bis zum HIC Tec Arbeitsplatz

Dr. Klaus Lang, Chefarzt Anästhesie, Spitäler Schaffhausen

Seit der ersten Äthernarkose 1848 in Boston bis heute sind mittlerweile 169 Jahre vergangen. Die Anästhesiologie ist heute eine ambulant und stationär tätige faszinierende Querschnittsdisziplin, ohne die viele Leistungsangebote der modernen Medizin gar nicht möglich wären.

Das Referat wird die Geschichte der Anästhesiologie mit den wichtigsten Meilensteinen bis zum heutigen Leistungsspektrum thematisieren und so versuchen einen vertieften und spannenden Einblick in den Berufsalltag eines im Jahre 2017 tätigen Anästhesisten zu geben.

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Veranstaltungsort:

Park Casino Schaffhausen
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CH-8200 Schaffhausen


Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Bus 3, 4 oder 6 ab Bahnhof Richtung Breite, 1. Haltestelle «Promenade»

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